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Anhang 2
Die Achsformel bei Triebfahrzeugen

Vielfach wird in den Triebfahrzeug-Bezeichnungen die Achsformel mit einbezogen. Die Achsformel erlaubt eine Darstellung der Achsanordnung in einfacher, kurzer Form.

Bei der schweizer Variante der Achsformel werden zuerst die Anzahl der Triebachsen und danach, mit einem Schrägstrich getrennt, die Gesamtzahl der Achsen gezählt. Eine "3/6" beispielsweise ist also eine Lokomotive mit drei angetriebenen von insgesamt sechs Achsen. Dieses System, das früher auch in Bayern Verwendung fand, beschreibt allerdings nur das Kupplungsverhältnins und nicht die genaue Achsfolge.

Das französische System, ist dem amerikanischen (nach Whyte) ähnlich, zählt aber anstelle der einzelnen Räder die Achsen eines Fahrzeugs. Eine "3/6" mit zwei Vorlaufachsen, drei Triebachsen und einer Nachlaufachse (ooOOOo) wäre somit eine "231". Das System zeigt sich auch in der Baureihenbezeichnung der SNCF, z. B. als "241P".

Vor Einführung der Whyte-Notation wurden in Amerika bestimmte Achsfolgen bei den Dampfloks mit Namen bezeichnet. Das bekannteste Beispiel ist hier sicher die "Pacific" (ooOOOo), also auch wieder eine "3/6", die nicht zuletzt durch Arthur Honeggers Orchesterwerk "Pacific 231" berühmt geworden ist. Lokomotiven ohne Laufachsen wurden unter Angabe der Räder als "Switcher" bezeichnet, z. B. "six-wheel-switcher" für eine Lok mit drei Triebachsen (sechs Räder). Bei Loks mit Vorlaufachsen wurden die Räder gesamt gezählt ("Ten-Wheeler"), Loks mit Nachlaufachse erhielten die Bezeichnung "... and Trailer" usw. Mit zunehmender Typenvielfalt bei den Lokomotiven wurde die Übersicht immer schwieriger. So wurde schliesslich die Whyte-Notation eingeführt.

Die vor allem aus den USA und Grossbritannien bekannte Whyte-Notation, die ausschliesslich bei Dampflokomotiven angewandt wird, zählt die Räder der Lok. Die Achsgruppen werden durch Bindestriche getrennt. Das Beispiel unserer "3/6" wird also als 4-6-2 (ooOOOo) notiert. Für "fehlende" Laufachsen wird eine "0" angeführt. Eine "3/5" (ooOOO) wird somit als 4-6-0 geschrieben.



Das UIC-System (UIC-Kodex 650)

Das UIC-System bildet den heute international geltenden Standard zur Klassierung der Achsfolge. Es lassen sich, mit wenigen Ausnahmen, alle Bauarten damit definieren.

Die Reihenfolge der Achsen wird von vorne nach hinten angegeben. Laufachsen werden mit Zahlen (1, 2, 3...), Triebachsen mit Grossbuchstaben (A, B, C...) bezeichnet.
Gemeinsam angetriebene Achsen erhalten einen ihrer Anzahl entsprechenden Buchstaben, also A für 1, B für 2 usw. Einzeln angetriebene Achsen sind mit einer kleinen Null "0" als Zusatz gekennzeichnet,also A0, B0 usw.
Beweglich gelagerte Achsen oder Achsgruppenweden durch einen Apostroph ( ' ) bezeichnet. Achsgruppen in einem Drehgestell oder einem gemeindamen Lokrahmen werden durch Klammern ( ) zusammengefasst. Die Achsfolgen von einzelnen Fahrzeugen, die aber betrieblich zusammen gehören (z. B. Triebwagen) werden durch ein Plluszeichen ( + ) auseinander gehalten.

Das Beispiel unserer "3/6" als Dampflokomotive mit zwei in einem Drehgestell geführten Vorlaufachsen, drei gekuppelten Triebachsen und einer beweglichen Nachlaufachse wird folglich als 2'C1' notiert.
Eine vierachsige E-Lok mit zwei zweiachsigen Drehgestellen und einzeln angetriebenen Achsen (z. B. Re 4/4) ist damit eine Bo'Bo'.
Ein Doppel-Triebwagen wie der "Curchill-Pfeil" der SBB (RAe 4/8) hat die Achsfolge 2'Bo'+Bo'2', also je Wagen ein Drehgestell mit zwei Laufachsen und eines mit zwei einzeln angetriebenen Achsen.
Hat ein Drehgestell sowohl angetriebene wie auch antriebslose Achsen, werden diese durch zusätzliche Klammern definiert. Der Motorwagen eines Rae TEE hat somit die Achsfolge (A1A)'(A1A)'. Die Achsformel für den ganzen Triebzug lautet dann 2'2'+2'2'+(A1A)'(A1A)'+2'2'+2'2'+2'2'.
Besteht ein Trebwagenzug aus berieblich trennbaren Fahrzeugen, werden diese auch als Einzelfahrzeuge angesehen. Triebzüge, die im Betrieb nicht getrennt werden können (Bsp. FLIRT), werden als ganzes Fahrzeug betrachtet. So sind z. B. Jacobs-Drehgestelle aus der Achsformel nicht ersichtlich.

Zusätze für Zahnradbahnen

Für Zahradbahnen wird der Zusatz "z" verwendet. Die Schreibweise kann sich allerdings unterscheiden, indem man für jede Achse ein "z" schreibt oder einen entsprechenden Kleinbuchstabenfür die Anzahl der Achsen. Eine Zahnradlok mit zwei Achsen und zwei Zahnrädern kann also als Bzz, Bbz oder Bb notiert sein.

Zusätze für Dampflokomotiven

Bei Dampflokomotiven kann zusätzlich die Bauart näher bezeichnet werden. So können Nassdampfloks mit einem "n", Heissdampfloks mit einem "h" gekennzeichnet sein. Hinter diesem Kennzeichen kann eine Zahl für die Anzahl der Zylinder stehen. Verbundmaschinen werden sind an einem "v" erkenntlich.
Die SBB Dampfloks der Reihe A 3/5 gab es beispielsweise als Nassdampf-Drilling und als Heissdampf-Verbundmaschine mit vier Zyindern. Erstere wird als 2'C n3 und die zweite als 2'C h4v bezeichnet.


UIC-System

A1
1A
1A1
2'A
3A
B
1'B
1'B1'
2'B
2'B1'
2'B2'
C
1'C
2'C
1'C1'
2'C1'
2'C2'
D
1'D
1'D1'
1'D2'
2'D
2'D1'
2'D2'
E
E1'
1'E
2'E
1'E1'
1'E2'
2'E1'
1’F
1’F1’
2’F1’
C’C
(1’C)C
(1’C)C1’
(1’C)C2’
(2’C)C2’
(1’C)C3’
D’D
(1’D)D1’
(1’D)D2’
(2’D)D2’
(1’E)E1’
(2’C1’)(1’C2’)
(2’D1’)(1’D2’)

Amerikanische Bezeichnung

-
Planet
Patentee
Crampton, Norris
Crampton
Four-Wheel-Switcher
Hanscom
Columbia
American, Eight-Wheeler
Atlantic
Jubilee
Six-Wheel-Switcher
Mogul
Ten-Wheeler
Prairie
Pacific
Hudson, Baltic
Eight-Wheel-Switcher
Consolidation
Mikado
Berkshire
Twelve-Wheeler, Mastodon
Mountain, Mohawk
Northern, Niagara, Wyoming
Ten-Wheel-Switcher
Union
Decapod
Mastodon
Santa Fe
Texas
Texas, Southern Pacific, Overland
Centipede
Javanic
Union Pacific
Erie (Mallet-Lok)
-
Mallet Mogul / Prairie Mallet
-
Challenger (Mallet)
Allegheny (Mallet)
-
Chesapeake (Mallet)
Yellowstone (Mallet)
Big Boy (Mallet)
Virginian (Mallet)
Double Pacific (Garratt)
Double Mountain (Garratt)
Schweizer
System

1/2
1/2
2/3
2/3
3/4
2/2
2/3
2/4
2/4
2/5
2/6
3/3
3/4
3/5
3/5
3/6
3/7
4/4
4/5
4/6
4/7
4/6
4/7
4/8
5/5
5/6
5/6
5/7
5/7
5/8
5/8
6/7
6/8
6/9
6/6
6/7
6/8
6/9
6/10
6/10
8/8
8/10
8/11
8/12
10/12
6/12
8/14
Bildliche
Darstellung

Oo
oO
oOo
ooO
oooO
OO
oOO
oOOo
ooOO
ooOOo
ooOOoo
OOO
oOOO
ooOOO
oOOOo
ooOOOo
ooOOOoo
OOOO
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oOOOOoo
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ooOOOOoo
OOOOO
OOOOOo
oOOOOO
ooOOOOO
oOOOOOo
oOOOOOoo
ooOOOOOo
oOOOOOO
oOOOOOOo
ooOOOOOOo
OOO OOO
oOOO OOO
oOOO OOOo
oOOO OOOoo
ooOOO OOOoo
oOOO OOOooo
OOOO OOOO
oOOOO OOOOo
oOOOO OOOOoo
ooOOOO OOOOoo
oOOOOO OOOOOo
ooOOOo oOOOoo
ooOOOOo oOOOOoo
Whyte-
Notation

0-2-2
2-2-0
2-2-2
4-2-0
6-2-0
0-4-0
2-4-0
2-4-2
4-4-0
4-4-2
4-4-4
0-6-0
2-6-0
4-6-0
2-6-2
4-6-2
4-6-4
0-8-0
2-8-0
2-8-2
2-8-4
4-8-0
4-8-2
4-8-4
0-10-0
0-10-2
2-10-0
4-10-0
2-10-2
2-10-4
4-10-2
2-12-0
2-12-2
4-12-2
0-6-6-0
2-6-6-0
2-6-6-2
2-6-6-4
4-6-6-4
2-6-6-6
0-8-8-0
2-8-8-2
2-8-8-4
4-8-8-4
2-10-10-2
4-6-2 + 2-6-4
4-8-2 + 2-8-4
Die Achsformel-Bezeichnungen im Vergleich
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